Freitag, 18. Dezember 2009

Felize Navidad aus Suedamerika

Felize Navidad aus der waerme wuensche ich euch allen!!! Hier in Suedamerika ist es nicht ganz so weihnachtlich. Jedoch laeuft einem ab und an mal ein Samichlaus ueber den weg... mit allem drum herum bei 30grad im Schatten!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Potosi, Piranhas und Pantanal

Potosi: Potosi ist einerseits beruehmt fuer die groesste Mine und andernseits die hoechstgelegene Stadt (ueber 4000m). Die Stadt lebt von den Mienen und vom Tourismus welche die Mienen besuchen. Auch ich hab mich in die dunkle und beaengsigende Unterwelt der Mienen gewagt und einen Einblick in das harte Leben der Mineure zu gewinnen.

Mieneneingang und im Hintergrund der Cerro Rico (Reicher Berg). Im ganzen Berg sind etwa 200 aktive Minen

Alles harte Handarbeit. Da sind sie gerade am Loecher bohren fuer die spaetere Sprengung. Wenigstens trugen sie Masken... Uebrigens, Potosi ist die einzige Stadt wo es legal ist, Dynamit auf dem Markt zu kaufen.
Die Mineure glauben an den Teufel im Untergrund. Um ihn zu besaenftigen opfern sie ihm Cocablaetter, Alkohol und Zigaretten. Als sie unter uns etwa 10 Sprengladungen zuendeten, hoffte ich also auch insgeheim, dass der Teufel guter Stimmung war. Alles bebte und die Druckwelle hat uns den Staub aus den Haaren geweht.Leiter hoch, Leiter runter. Zum Teil gings da 20-30m in die Tiefe... ausrutschen war nicht angesagt...
Staubig, dreckig und stickig:
Marktfrau, wo wir Coca, Coca-Cola und Dynamit fuer die Minerue kauften...
Nach Potosi habe ich noch einen Zwischenhalt in Sucre und Santa Cruz gemacht. Von Santa Cruz aus habe ich den Nachtbus an die Brasilianische Grenze genommen. Meine schlimmste Busfahrt bisher. Eine Strasse konnte ich nicht wirklich erkennen. Eher ein Flussbett... einmal musste der Bus 4-5 mal Anlauf nehmen um irgend ein Schlammhuegel zu ueberqueren. Es schwankte gefaehrlich und ruckelte die ganze Nacht. Also nichts mit schlafen.

Pantanal Suedbrasilien: Das Pantanalgebiet ist nach dem Amazonas das Artenreichste Gebiet in Suedamerika. Jedes Jahr waehrend der Regensaison ueberschwemmt der Rio Paraguay dieses gigantische Gebiet und hinterlaesst fuer Monate einen ueppigen Sumpf mit vielen Tieren. Da es ueberall feucht und nass ist, wohnen auch fast keine Menschen im Pantanal. Natur pur! Die Regenzeit hat soeben begonnen, doch ist der Rio Paraguay noch nicht ueber die Ufer getreten. Viele Tiere suchen die verbliebenen Wassertuempel auf und sind daher einfach zu finden. Zu den vielen Tieren zaehlen Kaimane, Capibaras, Anakondas, blaue und rote Aras, Riesenotter, Bruellaffen, Nasenbaeren, Guerteltiere,Tukanem, Ameisenbaeren und Tapiere. Alles haben wir nicht gesehen... hier jedoch eine kleine Selektion:

Rasante Flussfahrt...

Etwas unscharfe Riesenotter beim baden...Auf der Suche nach der Anakonda. Leider erfolglos... habe mir geschwohren, Suedamerika erst dann zu verlassen, wenn ich eine gesehen habe...
Der Mann der durch das Wasser ging: Unser Begleiter ist am Rio Paraguay aufgewachsen und hatte keine Scheu, Fluesse zu druchqueren. Er ist nie geschwommen, sondern immer durch die Fluesse gelaufen, in der hoffnung eine Anakonda am Grund aufzuspueren. Das sah jeweils so witzig aus...Haufig zu sehen, blauer Ara:Capibara oder Wasserschwein (eigentlich ein Nagetier und noch das groesste dazu...)Die Keimane konnte man nicht uebersehen. Zu Tausende habe sie sich in den wenigen Wassertuempel zusammengefunden oder lagen traege auf Sandbaenken am Fluss. Ein wahrhaftig grusliger Anblick. Wir konnten uns ihnen von hinten bis auf einen halben Meter naehern. Einmal sind wir in einem Flusslauf baden gegangen. Rund um uns ein paar Kaimane. Angreifen tuen die nicht, da Menschen einfach zu gross sind und sie Angst haben...

da waere es schon gefaehrlicher gewesen zu baden...Keimantuempel by night. Weisse Punkte sind alles reflektierende Augen...Nasenbaer:
Wahrzeichen vom Pantanal: Name unbekannt...
Piranhas: An einigen Fluessen durften wir nicht baden, da zum Teil viele Piranhas darin schwammen. Die waren so agressiv, dass man sie im 20sec-takt mit der Angel aus dem Wasser holen konnte...
Bruellaffe... machten schon einen ziemmlichen Laerm...
und zu guter Letzt die Tukane...

Lagerfeuer mit Crocodile Dundee...Brasilien ist unheimlich teuer. Bleiben tue ich noch ein paar Tage und dan gehe ich ab nach Paraguay und wahrscheinlich weiter nach Argentinien. Fuer die die es noch nicht wissen, mein neurster Rueckflugstermin ist mitte Maerz.

Wuensche euch allen eine schoene Weihnachtszeit und sende euch viele heisse Gruesse aus Brasilien.

Samstag, 28. November 2009

Altiplano - Mi Amor

Ich habe mich verliebt, verliebt in die Hochebene von Bolivien, Chile und Suedperu- der Altiplano. Eigentlich koennte ich jetzt nach Hause kommen, denn ich habe den absoluten Hoehepunkt meiner Reise erlebt. Von Norden Chiles, wo ich einige Hammertage hatte, bin ich auf nicht ganz ueblicherweise wieder zurueck nach Bolivien und ab zur Salar de Uyuni. Was ich dort zu Gesicht bekommen habe, kann nichts anderes mehr toppen. Hier aber erst noch die Bilder von Norden Chiles...

Chile: Reserva Nacional Vicuña, Salar de Surire, Parque Nacional Isluga: Unser Guide Franklin hat mich und Marco in 2 Tagen durch diese wunderschonen Parks gefuehrt. Mit dem Jeep gings kilometerweit durch unberuehrte Natur, vorbei an Moorlandschaften, Wuesten, Salzwuesten, winzig kleine Doerfer und Vulkanen. Auf unserer Staubpiste waren wir jeweils alleine unterwegs. Selten ist uns mal ein Lastwagen entgegengekommen. War echt der Hammer!

Sonnenuntergang hoch ueber der Salar de Surire: Auf der anderen Seite sind schon die Berge von Bolivien zu sehen...
Schlamm-Thermalbad Salar de Surire:
Salar de Surire mit Flamingos:

Lagune mit Flamingos:

Im Nirgendwo...

Kurz mal ueber die gruene Grenze nach Bolivien: Grenzuebergang im Nirgendwo...

Staubtrockenes und windschiefes Alpaka:

Vicuñaherde: Die gabs im Reserva National Vicuña zutausende...
Picknick im Parque Nacional Isluga:
Franklin unser Guide: In regelmaessigen Abstaenden hat er uns aus dem Auto geladen, so dass wir ein wenig spazieren konnte. Einmal hat er auf seiner Ukulele spielend auf einen Fellsvorsprung auf uns gewartet.
Am Ende der Tour hat mich Franklin in einem staubigen 100-Seelengrenzkaff zu Bolivien ausgeladen. Am naechsten Tag versuchte ich vergeblich, auf einen vorbeifahrenden Bus aufzusteigen. Alle sagten mir, es kaemen mindestens 4-5 Busse vorbei, wo ich einsteigen koennte. Nach 2 vollen Bussen, 4 grottenschlechten Bruce Lee-Filmen und 10h warten an der Grenze hatte ich die Nase gestrichen voll und suchte mir eine Unterkunft auf der Bolivianischen Seite. Dort gab es dann zum Glueck am naechsten Morgen einen Regionalbus, der mich zur naechsten grossen Stadt brachte...
Doro gestrandet im irgendwo zwischen Chile und Bolivien:
Lausiges Nachtessen: Choclo con papa y llama:
Bolivien- Salar de Uyuni: Nach meiner Grenzuebergangerfahrung bin ich direkt nach Uyuni einem kleinen Touri-Kaff in der Naehe des beruehmten und groessten Salzsee Uyuni gefahren. Kaum war ich um 6.00 am Morgen und noch total verschlafen aus dem Nachtbus ausgestiegen, hat mich ein Tourenanbieter angehauen. Er suche noch eine 6te Person fuer eine 4 Tagestour, welche in 4h losging. Ich sagte ohne zoegern zu...
Best tourgroup ever...:
Mit dem 4x4 Jeep gings im Affentempo ueber den Salzsee direkt zum Vulkan Tunupa.
Vulkan Tunupa 5800m: uebrigens, die Musterung des Salzsees ist wie ein Fussball, bestehend aus 5 und 6-Ecken
Den Nachmittag verbrachten wir auf der Salzflaeche mit Fotos machen... war gar nicht so einfach...!

Meine Touri-Gruppe beim Sonnenuntergang...
Um 5.00 am naechsten Tag habe ich mich als einzige aus dem Bett gequaelt, nur um den Sonnenaufgang zu erleben. Es hat sich gelohnt...

Die Flamingos waren um diese Uhrzeit auch schon wach...:

Auf dem Tagesprogramm stand dann die Besteigung des Vulkans Tunupa. Nicht nur die Hoehe hat mir fast den Atem verschlagen, sondern auch die Aussicht auf den Salzsee. Soweit das Auge reichte hat man nur Salz gesehen. Muy impressionante! Anscheinend ist die Salzkruste zwischen 2-20m dick. Wahnsinn!
Alles Picobello!!! im Hintergrund der Salzsee

Unterwegs zum Gipfel: die Wolken waren schon zum greifen nahe...
Blick von oben herab:
Nach der Besteigung des Vulkans gings dann auch schon wieder weiter zur Isla Incahuasi, einer winzigen Insel in mitten des Salzsees. Da es in der Nacht zuvor geregnet hatte, waren grosse Flaechen des Salzsees mit einer duennen Schicht Wasser bedeckt. Als wir dann aus dem Auto stiegen bot sich mir der schoenste Anblick, denn ich jemals gesehen habe. Der Salzsee war wie ein riesiger Spiegel...
Natuerlich durfte die Nacht im Salzhotel nicht fehlen:

Weiterfahrt am nachesten Tag zu irgend einer Lagune...

Laguna verde und Vulcan Licancabur: Erst wenn Wind aufkommt und die Sedimente im See verwirbelt werden, faerbt sich die Lagune in gruen.
Geysire gabe es natuerlich auch zu bestaunen. Hier eine Dampfleitung direkt aus der Erde...