Ab in den Jungel: vom suedlichsten Zipfel Ecuadors bin ich wieder Richtung Norden entlang des Amazonas gereist. Zum Glueck habe ich eine von Touristen sehr wenig bereiste Route gewaehlt und war meist die einzige Gringa weit und breit. Die kleinen Jungelstaedte, wo ich Zwischenhalte gemacht habe, ware ja so was von relaxed und ich habe das total genossen! Von Hektik weit und breit keine Spur! Und total sicher zum reisen. Viel sicherer als das Andenhochland und die grossen Stadte!
Nach 3 Jungletouren wollte ich eigentlich noch eine 4. letzte machen mit allem drum herum wie Pirana fischen, Keimanen und Anakondas etc. Da aber mein Knie von einem Sturz laediert ist und mich die Sandfliegen-Stichen zum Wahnsinn treiben, habe ich mich entschieden, den Amazonas zu verlassen. Gibt ja in Peru nochmals die Moeglichkeit mich fressen zu lassen...
Und hier meine Reiseberichte aus dem Jungle:
Tena: Dritte Jungletour. Am ersten Tag ging Oswaldo mit mir zu einem Canyon im Jungle. Da es in stroemen regnete konnten wir leider wegen dem Hochwasser den Canyon nicht passieren und mussten aussen rum. Mann war das ein Sumpf...! Ohne Gumistief keine Chance... Am Abend war Guidewechsel angesagt und Fausto hat mich dann zu einer Jungel-Lodge gebracht. Erst dachte ich es sei eine normale Jungle-Lodge mit allem drumherum inkl. andere Touristen. Falsch gedacht! neben 2 gemuetlichen Cabanas in mitten des Jungels gabs da nur noch zwei andere Huetten und eine Kueche. Da verbrachte ich nun mit Fausto alleine den Abend. War schon ein bisschen komisch. Jens, der deutsche Tourenanbieter versicherte mir aber, das mir nichts passieren wird. Und so war es auch...=)
Jungle Lodge Mundopuma:
Rundum quakten die Froesche, zirpten die Zikaden und eine tellergrosse Tarantel leistete uns Gesellschaft auf der Terasse mit weiten Blick ueber den Jungel...
Tags darauf haben eine Deutsche und 2 Englaender mich und Fausto in den Jungel begleitet. Lianenschwingen, 30m hohen Urwaldriesen erklimmen, Zitronenameisen essen und eine Quichua-Familie (eine andere Indigene Minderheit in Ecuador) standen auf dem Program. In der Nacht haben wir noch eine kleine Tour gemacht und viele seltsame Insekten entdeckt...=)
Quichua-Bub: Die Kinder der Quichuas waren im allgemeinen nicht so scheu wie die der Shuar und waren recht neugierig.. Und wenns ums essen gieng dan sowieso...
Am dritten Tag haben die Deutsche und ich eine Schlauchboot-Tour auf einem der vielen Fluessen gemacht. Kinder auf dem typischen Kanu...
Macas (14000 Einwohner): Zweite Jungletour. Ich wollte schon aufgeben, doch da habe ich doch noch eine Tour in den Regenwald organisieren koennen. Was fuer ein Abenteuer. Ich verbrachte 2 Naechte bei einer Shuar-Komune im Regenwald. Die Shuar (Indianer) sind eine der vielen indigenen Minderheiten in Ecuador und leben vornehmlich in grossen Komunen im Regenwald. Froilan, mein Guide und ebenfalls Shuar, brachte mich zu seiner Familie in der Komune.
Mit dem Bus fuhren wir erst 2.5h in den Regenwald. Dachte schon wir wuerde nie ankommen, denn 3 mal musste die Kupplung des Buses repariert werden. Am spatem Nachmittag hat uns dann der Bus auch noch im Nirgendwo ausgespuckt, da die Bruecke ueber dem Fluss noch in Bau war und ein weiterkommen undenkbar war.
Schnapschuss vom Bus aus:
Von da an gings 4h zu Fuss Richtung Macuma Komune. Erst durch primaeren Regenwald, durch Fluesse, Sumpf, balancieren ueber Baumstaemme etc.. dann hat uns die Nacht eingeholt und alles rund um war stockdunkel (bis auf die fluereszierenden Augen eines Kaefers und den Gluewuermchen...=). Mit der Taschenlampe giengs dann weiter. Rundherum zirpte, kreischte, floetete und pipste es. War irgendwie mega beruhigend...=)
Um 20.00 haben wir dann endlich die Huette erreicht, wo Froilan aufgewachsen ist. Von weiten haben wir Gesang gehoert. Froilan erzaehlte mir, dass das der Gesang des Schamanen (Froilans Grossvater) sei und das jemand krank sei... War echt komisch die Huette zu betreten, da ich nicht wusste was mich errwarten wuerde. Mich hat lediglich ein Haufen schlafender Menschen und ein singender Schamane erwartet... wie skuril...
Am naechsten Morgen habe ich dann das erste Mal realisiert, wo ich ueberhaupt geschlafen habe. Die Pritsche in der Mitte war mein Schlafplatz aus Bambus. Davor eine der beiden Kochstellen.

Tagsueber haben Froilan und ich den umliegenden Regenwald erkundet. Doro und ein Urwaldriese: Das was hinter mir zu sehen ist, ist eine breite Wurzel...
Mein Hotel fuer 2 Naechte, links davon das Huenerhaus...
Abschiedsfoto: mit den allerletzten Elektronen in meinem Akku habe ich noch dieses Foto schiessen koennen. Abuela und Abuelo (Shamane mit traditioneller Krone aus Papagaienfedern), Froilan mein Guide und ich vor der Huette...
Tagsueber haben Froilan und ich den umliegenden Regenwald erkundet. Doro und ein Urwaldriese: Das was hinter mir zu sehen ist, ist eine breite Wurzel...
Baeume voller Leben: Bromelien, Orchideen und Farne...
Hausaffe: Was bei uns Hund und Katze ist, ist bei den Shuar Affe und Papagai. Obwohl ueberall Hunde rumlauen, sind dies die beliebteren Haustiere... Leider wollte der Affe nicht von mir auf den Arm genommen werden. Hatte wohl Angst vor der grossen weissen Frau...
Erfrischung nach anstrengedem Marsch durch den Jungel.
Samenschotte, welche fuer die Gesichtsbemalung gebraucht wird...=)
Traditionelle Gesichtsbemalung: Froilan und ich. Mit ihm und seinem Bruder haben wir nach der Tour noch einen lustigen Abend mit Karaoke und Bachata Tanzen verbracht.
Schmetterlinge unterwegs..


Fazit: Die 3 Tage waren total faszinierend. Jedoch habe ich gemerkt, das Touristen in der Komune nicht wirklich willkommen sind. Man hat mich zwar azeptiert, aber willkommen war ich nicht unbedingt. Die Shuar bleiben lieber unter sich. Trotzdem war es spannend mal eine ganz andere Lebensform kennen zu lernen. Die Familie spielt eine zentrale Rolle. Jeder sorgt sich um Jeden. Die Kinder helfen ohne zu Fragen beim kochen, aeltere Geschwister passen auf ihre kleineren Geschwister auf, es wird nicht rumgeschrien und vorallem nicht gestritten. Irgendwie ganz anders als bei uns in Europa. Die Kinder haben mich mich mit grossen Augen angekuckt, das sie wahrscheinlich noch nicht so viele Weisse in ihrem kurzen Leben gesehen haben.

Schnappschuss vom Bus aus in Richtung Amazonasbecken (Peru)
Abendstimmung vom Bus aus:
Heliconia: Die Pflanze sah aus wie eine Bananenstaude und wucherte ueberall. Die Bluetenstaende gabs in allen Varianten. Klein und unscheinbar, gross und pelzig wie ein Tier oder knallig bunt..
Hach... dampfender Regenwald...
Fazit: Die 3 Tage waren total faszinierend. Jedoch habe ich gemerkt, das Touristen in der Komune nicht wirklich willkommen sind. Man hat mich zwar azeptiert, aber willkommen war ich nicht unbedingt. Die Shuar bleiben lieber unter sich. Trotzdem war es spannend mal eine ganz andere Lebensform kennen zu lernen. Die Familie spielt eine zentrale Rolle. Jeder sorgt sich um Jeden. Die Kinder helfen ohne zu Fragen beim kochen, aeltere Geschwister passen auf ihre kleineren Geschwister auf, es wird nicht rumgeschrien und vorallem nicht gestritten. Irgendwie ganz anders als bei uns in Europa. Die Kinder haben mich mich mit grossen Augen angekuckt, das sie wahrscheinlich noch nicht so viele Weisse in ihrem kurzen Leben gesehen haben.
Gualaquiza (6000 Einwohner) Meine erste Jungeltour fuehrte mich und mein Guide Leo zu einem Wasserfall im Regenwald. Das ohrenbetaubende Zirpen ( und damit meine ich wirklich ohrenbetaubend...) der Zikaden hat uns dabei staendig begleitet. Unterwegs haben wir immer wieder Schmetterlinge in allen Farben angetroffen. Die wollten aber nicht wirklich stillhalten...
Kaktuspalme im Querformat:
Schnappschuss vom Bus aus in Richtung Amazonasbecken (Peru)
Hosteria Izhcayluma in Vilcabamba: Dieses kleine Paradies befindet sich ganz im sueden von Ecuador auf 1000m. Von der Veranda aus hatte man einen fantastischen Ausblick auf das kleine Staedchen Vilcabamba. Das Essen war grandios, die Aussicht der Hammer, aber die anderen Traveller bzw. Mitarbeiter waren ziemmlich schraeg... schnell weg von hier...! Ich blieb jedoch ganze drei Tage mit meinem hollaendischen Reisegschpoenli... wandern und relaxen!