Dienstag, 20. Oktober 2009

Iquitos Peru

Flussfahrt mit Eduardo III: Nach einer spannenden dreitaegigen Flussfahrt den Rio Marañon runter bin ich heil in Iquitos angekommen. Auf unserem Schiff konnte man nicht viel mehr machen als in der Haengematte relaxen, die schoene Aussicht geniessen, der Hitze aus dem weg gehen, bei den wenigen Stopps dem Gewimmel zusehen, den Flussdelfinen beim fischen zuschauen, 1000 Fragen von meiner 5 jaehrigen Haengemattennachbarin beantworten und viiieel schlafen.









Eduardo III: Typisches Boot auf den Fluessen Amazonas. 2 Personendecks fuer Haengematten und zu unterst Cargodeck mit allerlei Getier, Gepaeck und vorallem Bananen...
Bei einem der wenigen Stopps um mehr Cargo aufzuladen. Frauen und Kinder kamen um Esswaren und Papagaien zu verkaufen. Ein Papagei kostete 10 Soles, was umgerechnet wenige Franken sind. Bei diesem Stop hat unser Lancha das Wasserflugzeug angerempelt, was zu einem riesenauflauf fuehrte... .grins



Mein Haengemattengschpeondli: Viviana aus Iquitos


Sonnenuntergang auf dem Rio Marañon:

Haengemattenwirwar: Normalerweise reisen doppelt so viele Passagiere mit...


Iquitos (500000 Einwohner): Iquitos selbst ist eine heisse und stickige Jungelstadt mit unglaublich vielen Mototaxis! Noch am gleichen Tag haben wir eine 5 Taegige Jungeltour gebucht. Wilson, unser Guide, versprach uns viel Abenteuer...


Die meisste Zeit waren wir mit dem Kanu unterwegs und paddelten Fluesse auf und abwaerts, besuchten kleine und grosse Seen. Da gerade Trockenzeit herrschte, war es schwierig Tiere zu finden. In der Regenzeit ist der Wasserspiegel 5m(!) hoeher und der umliegende Regenwald ist total ueberfluetet. Die Tiere draengen sich dann auf den verbleibenden trockenen Inseln und sind besser zu finden.

Trotzdem haben wir viele Tiere gesehen. Ueber unsere Koepfe zogen blaue und rote Aras vorbei, Spinnen und Tarantel gabs zu tausende, ein welkes Blatt hat sich als Zweifingerfaultier herausgestellt, wir haben eine kleine suesse Wuergschlange entdeckt, Keimane gesehen, drei verschiedene Affenarten beobachtet, mit grauen und rosa Flussdelfine geschwommen, Tukane entdeckt und und und...


Jungel-Snack: gegrillte Maden, schmeckten recht gut!




Piraña-fischen: innerhalb von 1h haben wir 12 Stueck gefangen. Die gabs dann gegrillt zum Mittagessen. Hatten nicht wirklich viel Fleisch, schmeckten aber recht lecker...



Kleiner Affe: was der sich wohl gedacht hat...



Beruehmte Wasserlilien:





Weisser Keiman: In der Nacht machten wir uns mit dem Kanu auf um Keimane zu suchen. Die Augen der Keimane reflektierten rot. So konnte man die gut ausfindig machen. Wilson hat sich per Kanu leise angepirscht und uns das folgende Exeplar gefangen. Dieser Keiman war ca. 3 jaehrig und noch nicht voll ausgewachsen. Ein ausgewachsener Keiman erreicht schon mal 1.5m. Dies war das Highlight unserer Jungletour. Keimane sind absolut faszinierende und wunderschoene Tiere!!!.




Jetzt bin ich bereits wider zurueck aus dem Amazonas und reise an die Kuste nach Trujillo weiter. Heute werde ich auch mein Reisegschpoenli, welches mit mir die letzten 2 Wochen zusammen reiste, verabschieden. Freue mich, wieder mal ein bisschen alleine zu sein und hoffe auf weitere Abenteuer...

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Reisebericht aus Peru

Seit Ende September bin ich im Norden Perus unterwegs. Da mich mein Knie zu einer Woche Pause gezwungen hat, konnte ich nicht so viel unternehmen. Doch jetzt laufts wieder wie geschmiert und ich bin kaum zu bremsen... In Peru gibts ja soo viel zu entdecken. Es git ueberall prae-Inka Staetten. Fuer Steinhaufenliebhaber das Paradies... Uebrigens... die Inkas haben nur gerade mal ein Jahrhundert in Suedamerika regiert...
Schwarzer Mais: Daraus laesst sich in wunderbar schmeckendes Getraenk (Chicha Morada) zubereiten...
Inca Kola: Die Peruander sind enorm stolz auf ihr Nationalgetraenk. Schmecken tuts wie Kaugummi

Emoliente: Getraenk aus diversen Krautern mit heilender Wirkung fuer diverse Krankheiten. An jeder Ecke wird dieses Getraenk frisch zubereitet und erst nach Genuss einer Tasse davon kann der Tag richtig gestartet werden...
Clara, Kristin, ich und Richard beim Emoliente trinken...



Cajamarca: eine Perle im peruanischen Hochland wo der letzte Inka- Koenig Atahualpa durch die Spanier ermordet wurde. Nach ermuedender und langweiliger Wuestenlandschaft an der peruanischen Nordkuste war ich froh in die Anden fluechten zu koennen. Cajamarca liegt eingebettet in einem Tal umringt von Bergen.
Plaza de Armas: In jeder Stadt/Dorf gibts ein Plaza de Armas. Auch wenn das Dorf aus 5 Haeuser besteht...=)



Kinder aus in der naehe von Cajamarca:



Chachpoyas: kleine koloniale Andenstadt im Norden von Peru. Von Cajamarca aus waren es nur gerade mal 350km. Bus holperte jedoch ganze 12h auf unbefestigter schmaler Bergstrasse den Berg hoch und wieder runter. Die Aussicht war Atemberaubend, das kreuzen mit einem entgegenkommenden Laster auch... Mussten alle mal kurzzeitig den Bus verlassen, da es auf der Talseite ziemmlich steil runter ging...=)


Schnappschuesse aus dem Bus:

Von Chachapoyas habe ich die zweitwichtigste prae-Inka Staette nach Machu Piccu besucht. Kuelap. Kuelap war einst ein Fort auf 3100m umringt von einer 15m hohen Steinmauer. Runde Hauser waren zu dieser Zeit ueblich. Das ganze Gelaende war uebersaet mit Baumen voller Bromelien, was dem Ganzen mit Wind, Wetter, Aussicht und Hoehe etwas mytisches verlieh...
Von weiten kaum zu erkennen; Fort Kuelap:





Karajia: Die Chachapoyas (Prae-Inka Kultur) haben ihre Toten in Sarkophagen (Saerge) in Felswaenden bestattet. Nach dem errichten der Sarkophagen wurde die Stelle unzugaenglich gemacht. Einige Sarkophagen hatten einfach eine Eierform, andere hatten Koepfe und die ganz wichtigen Personen (Maenner (haha...), Schamane, Fuehrer etc.) wurden sehr kunstvoll bestattet, wie eines der folgenden Bilder es zeigt...
Relikte aus der Prae-Inka Zeit. An die Felswaende geschmiegt, wurden kleine Unterkuenfte gebaut. Wozu die dienten habe ich nicht ganz verstanden. Auf alle Falle waren ueberall in den Fellswaenden Sarkophagen zu sehen. Ein Friedhof sozusagen... und ueberall lagen menschliche Knochen rum.


Sarkophag:

Ganz wichtige Maenner:

Mototaxi: Wie die Haifische lauern sie an jeder Ecke und Strasse und warten bis sie Passagiere transportieren koennen. Echt cool! Die sollte es in der Schweiz auch geben!!!


In Chachapoyas habe ich Clara (USA) und Kristin (UK) getroffen und jetzt gemeinsam nach Tarapoto weitergereist. Kirstin und ich werden anschliessend das Schiff in Richtung Iquitos nehmen und den Rio Marañon fuer 3-5 Tage Runterschippern... Komme also doch noch zu meinem Amazonas Abendteuer! Naechster Reisebericht gibt es dann von Iquitos aus.






I

Montag, 21. September 2009

Ab in den Amazonas

Ab in den Jungel: vom suedlichsten Zipfel Ecuadors bin ich wieder Richtung Norden entlang des Amazonas gereist. Zum Glueck habe ich eine von Touristen sehr wenig bereiste Route gewaehlt und war meist die einzige Gringa weit und breit. Die kleinen Jungelstaedte, wo ich Zwischenhalte gemacht habe, ware ja so was von relaxed und ich habe das total genossen! Von Hektik weit und breit keine Spur! Und total sicher zum reisen. Viel sicherer als das Andenhochland und die grossen Stadte!
Nach 3 Jungletouren wollte ich eigentlich noch eine 4. letzte machen mit allem drum herum wie Pirana fischen, Keimanen und Anakondas etc. Da aber mein Knie von einem Sturz laediert ist und mich die Sandfliegen-Stichen zum Wahnsinn treiben, habe ich mich entschieden, den Amazonas zu verlassen. Gibt ja in Peru nochmals die Moeglichkeit mich fressen zu lassen...

Und hier meine Reiseberichte aus dem Jungle:

Tena: Dritte Jungletour. Am ersten Tag ging Oswaldo mit mir zu einem Canyon im Jungle. Da es in stroemen regnete konnten wir leider wegen dem Hochwasser den Canyon nicht passieren und mussten aussen rum. Mann war das ein Sumpf...! Ohne Gumistief keine Chance... Am Abend war Guidewechsel angesagt und Fausto hat mich dann zu einer Jungel-Lodge gebracht. Erst dachte ich es sei eine normale Jungle-Lodge mit allem drumherum inkl. andere Touristen. Falsch gedacht! neben 2 gemuetlichen Cabanas in mitten des Jungels gabs da nur noch zwei andere Huetten und eine Kueche. Da verbrachte ich nun mit Fausto alleine den Abend. War schon ein bisschen komisch. Jens, der deutsche Tourenanbieter versicherte mir aber, das mir nichts passieren wird. Und so war es auch...=)
Jungle Lodge Mundopuma:

Jungle:

Rundum quakten die Froesche, zirpten die Zikaden und eine tellergrosse Tarantel leistete uns Gesellschaft auf der Terasse mit weiten Blick ueber den Jungel...




Tags darauf haben eine Deutsche und 2 Englaender mich und Fausto in den Jungel begleitet. Lianenschwingen, 30m hohen Urwaldriesen erklimmen, Zitronenameisen essen und eine Quichua-Familie (eine andere Indigene Minderheit in Ecuador) standen auf dem Program. In der Nacht haben wir noch eine kleine Tour gemacht und viele seltsame Insekten entdeckt...=)

Quichua-Bub: Die Kinder der Quichuas waren im allgemeinen nicht so scheu wie die der Shuar und waren recht neugierig.. Und wenns ums essen gieng dan sowieso...


Am dritten Tag haben die Deutsche und ich eine Schlauchboot-Tour auf einem der vielen Fluessen gemacht. Kinder auf dem typischen Kanu...


Macas (14000 Einwohner): Zweite Jungletour. Ich wollte schon aufgeben, doch da habe ich doch noch eine Tour in den Regenwald organisieren koennen. Was fuer ein Abenteuer. Ich verbrachte 2 Naechte bei einer Shuar-Komune im Regenwald. Die Shuar (Indianer) sind eine der vielen indigenen Minderheiten in Ecuador und leben vornehmlich in grossen Komunen im Regenwald. Froilan, mein Guide und ebenfalls Shuar, brachte mich zu seiner Familie in der Komune.

Mit dem Bus fuhren wir erst 2.5h in den Regenwald. Dachte schon wir wuerde nie ankommen, denn 3 mal musste die Kupplung des Buses repariert werden. Am spatem Nachmittag hat uns dann der Bus auch noch im Nirgendwo ausgespuckt, da die Bruecke ueber dem Fluss noch in Bau war und ein weiterkommen undenkbar war.

Schnapschuss vom Bus aus:


Von da an gings 4h zu Fuss Richtung Macuma Komune. Erst durch primaeren Regenwald, durch Fluesse, Sumpf, balancieren ueber Baumstaemme etc.. dann hat uns die Nacht eingeholt und alles rund um war stockdunkel (bis auf die fluereszierenden Augen eines Kaefers und den Gluewuermchen...=). Mit der Taschenlampe giengs dann weiter. Rundherum zirpte, kreischte, floetete und pipste es. War irgendwie mega beruhigend...=)


Um 20.00 haben wir dann endlich die Huette erreicht, wo Froilan aufgewachsen ist. Von weiten haben wir Gesang gehoert. Froilan erzaehlte mir, dass das der Gesang des Schamanen (Froilans Grossvater) sei und das jemand krank sei... War echt komisch die Huette zu betreten, da ich nicht wusste was mich errwarten wuerde. Mich hat lediglich ein Haufen schlafender Menschen und ein singender Schamane erwartet... wie skuril...

Am naechsten Morgen habe ich dann das erste Mal realisiert, wo ich ueberhaupt geschlafen habe. Die Pritsche in der Mitte war mein Schlafplatz aus Bambus. Davor eine der beiden Kochstellen.

Mein Hotel fuer 2 Naechte, links davon das Huenerhaus...


Abschiedsfoto: mit den allerletzten Elektronen in meinem Akku habe ich noch dieses Foto schiessen koennen. Abuela und Abuelo (Shamane mit traditioneller Krone aus Papagaienfedern), Froilan mein Guide und ich vor der Huette...


Tagsueber haben Froilan und ich den umliegenden Regenwald erkundet. Doro und ein Urwaldriese: Das was hinter mir zu sehen ist, ist eine breite Wurzel...


Baeume voller Leben: Bromelien, Orchideen und Farne...


Hausaffe: Was bei uns Hund und Katze ist, ist bei den Shuar Affe und Papagai. Obwohl ueberall Hunde rumlauen, sind dies die beliebteren Haustiere... Leider wollte der Affe nicht von mir auf den Arm genommen werden. Hatte wohl Angst vor der grossen weissen Frau...

Erfrischung nach anstrengedem Marsch durch den Jungel.


Samenschotte, welche fuer die Gesichtsbemalung gebraucht wird...=)


Traditionelle Gesichtsbemalung: Froilan und ich. Mit ihm und seinem Bruder haben wir nach der Tour noch einen lustigen Abend mit Karaoke und Bachata Tanzen verbracht.


Schmetterlinge unterwegs..

Heliconia: Die Pflanze sah aus wie eine Bananenstaude und wucherte ueberall. Die Bluetenstaende gabs in allen Varianten. Klein und unscheinbar, gross und pelzig wie ein Tier oder knallig bunt..

Hach... dampfender Regenwald...


Fazit: Die 3 Tage waren total faszinierend. Jedoch habe ich gemerkt, das Touristen in der Komune nicht wirklich willkommen sind. Man hat mich zwar azeptiert, aber willkommen war ich nicht unbedingt. Die Shuar bleiben lieber unter sich. Trotzdem war es spannend mal eine ganz andere Lebensform kennen zu lernen. Die Familie spielt eine zentrale Rolle. Jeder sorgt sich um Jeden. Die Kinder helfen ohne zu Fragen beim kochen, aeltere Geschwister passen auf ihre kleineren Geschwister auf, es wird nicht rumgeschrien und vorallem nicht gestritten. Irgendwie ganz anders als bei uns in Europa. Die Kinder haben mich mich mit grossen Augen angekuckt, das sie wahrscheinlich noch nicht so viele Weisse in ihrem kurzen Leben gesehen haben.


Gualaquiza (6000 Einwohner) Meine erste Jungeltour fuehrte mich und mein Guide Leo zu einem Wasserfall im Regenwald. Das ohrenbetaubende Zirpen ( und damit meine ich wirklich ohrenbetaubend...) der Zikaden hat uns dabei staendig begleitet. Unterwegs haben wir immer wieder Schmetterlinge in allen Farben angetroffen. Die wollten aber nicht wirklich stillhalten...


Kaktuspalme im Querformat:


Schnappschuss vom Bus aus in Richtung Amazonasbecken (Peru)

Abendstimmung vom Bus aus:

Hosteria Izhcayluma in Vilcabamba: Dieses kleine Paradies befindet sich ganz im sueden von Ecuador auf 1000m. Von der Veranda aus hatte man einen fantastischen Ausblick auf das kleine Staedchen Vilcabamba. Das Essen war grandios, die Aussicht der Hammer, aber die anderen Traveller bzw. Mitarbeiter waren ziemmlich schraeg... schnell weg von hier...! Ich blieb jedoch ganze drei Tage mit meinem hollaendischen Reisegschpoenli... wandern und relaxen!

Doro am relaxen in der Hamaca vor dem Schlafzimmer...=) so eine muss ich mit nach Hause nehmen!!!

Aussicht auf Vilcabamba:
Vorne gar hinten roh...


Cuanca: Perle von Ecuador. Mega schoene barocke Stadt. Sauber, total gemuetlich und sicher...

Ingapirca: Alte Inkastadt in der naehe von Cuenca