Montag, 21. September 2009

Ab in den Amazonas

Ab in den Jungel: vom suedlichsten Zipfel Ecuadors bin ich wieder Richtung Norden entlang des Amazonas gereist. Zum Glueck habe ich eine von Touristen sehr wenig bereiste Route gewaehlt und war meist die einzige Gringa weit und breit. Die kleinen Jungelstaedte, wo ich Zwischenhalte gemacht habe, ware ja so was von relaxed und ich habe das total genossen! Von Hektik weit und breit keine Spur! Und total sicher zum reisen. Viel sicherer als das Andenhochland und die grossen Stadte!
Nach 3 Jungletouren wollte ich eigentlich noch eine 4. letzte machen mit allem drum herum wie Pirana fischen, Keimanen und Anakondas etc. Da aber mein Knie von einem Sturz laediert ist und mich die Sandfliegen-Stichen zum Wahnsinn treiben, habe ich mich entschieden, den Amazonas zu verlassen. Gibt ja in Peru nochmals die Moeglichkeit mich fressen zu lassen...

Und hier meine Reiseberichte aus dem Jungle:

Tena: Dritte Jungletour. Am ersten Tag ging Oswaldo mit mir zu einem Canyon im Jungle. Da es in stroemen regnete konnten wir leider wegen dem Hochwasser den Canyon nicht passieren und mussten aussen rum. Mann war das ein Sumpf...! Ohne Gumistief keine Chance... Am Abend war Guidewechsel angesagt und Fausto hat mich dann zu einer Jungel-Lodge gebracht. Erst dachte ich es sei eine normale Jungle-Lodge mit allem drumherum inkl. andere Touristen. Falsch gedacht! neben 2 gemuetlichen Cabanas in mitten des Jungels gabs da nur noch zwei andere Huetten und eine Kueche. Da verbrachte ich nun mit Fausto alleine den Abend. War schon ein bisschen komisch. Jens, der deutsche Tourenanbieter versicherte mir aber, das mir nichts passieren wird. Und so war es auch...=)
Jungle Lodge Mundopuma:

Jungle:

Rundum quakten die Froesche, zirpten die Zikaden und eine tellergrosse Tarantel leistete uns Gesellschaft auf der Terasse mit weiten Blick ueber den Jungel...




Tags darauf haben eine Deutsche und 2 Englaender mich und Fausto in den Jungel begleitet. Lianenschwingen, 30m hohen Urwaldriesen erklimmen, Zitronenameisen essen und eine Quichua-Familie (eine andere Indigene Minderheit in Ecuador) standen auf dem Program. In der Nacht haben wir noch eine kleine Tour gemacht und viele seltsame Insekten entdeckt...=)

Quichua-Bub: Die Kinder der Quichuas waren im allgemeinen nicht so scheu wie die der Shuar und waren recht neugierig.. Und wenns ums essen gieng dan sowieso...


Am dritten Tag haben die Deutsche und ich eine Schlauchboot-Tour auf einem der vielen Fluessen gemacht. Kinder auf dem typischen Kanu...


Macas (14000 Einwohner): Zweite Jungletour. Ich wollte schon aufgeben, doch da habe ich doch noch eine Tour in den Regenwald organisieren koennen. Was fuer ein Abenteuer. Ich verbrachte 2 Naechte bei einer Shuar-Komune im Regenwald. Die Shuar (Indianer) sind eine der vielen indigenen Minderheiten in Ecuador und leben vornehmlich in grossen Komunen im Regenwald. Froilan, mein Guide und ebenfalls Shuar, brachte mich zu seiner Familie in der Komune.

Mit dem Bus fuhren wir erst 2.5h in den Regenwald. Dachte schon wir wuerde nie ankommen, denn 3 mal musste die Kupplung des Buses repariert werden. Am spatem Nachmittag hat uns dann der Bus auch noch im Nirgendwo ausgespuckt, da die Bruecke ueber dem Fluss noch in Bau war und ein weiterkommen undenkbar war.

Schnapschuss vom Bus aus:


Von da an gings 4h zu Fuss Richtung Macuma Komune. Erst durch primaeren Regenwald, durch Fluesse, Sumpf, balancieren ueber Baumstaemme etc.. dann hat uns die Nacht eingeholt und alles rund um war stockdunkel (bis auf die fluereszierenden Augen eines Kaefers und den Gluewuermchen...=). Mit der Taschenlampe giengs dann weiter. Rundherum zirpte, kreischte, floetete und pipste es. War irgendwie mega beruhigend...=)


Um 20.00 haben wir dann endlich die Huette erreicht, wo Froilan aufgewachsen ist. Von weiten haben wir Gesang gehoert. Froilan erzaehlte mir, dass das der Gesang des Schamanen (Froilans Grossvater) sei und das jemand krank sei... War echt komisch die Huette zu betreten, da ich nicht wusste was mich errwarten wuerde. Mich hat lediglich ein Haufen schlafender Menschen und ein singender Schamane erwartet... wie skuril...

Am naechsten Morgen habe ich dann das erste Mal realisiert, wo ich ueberhaupt geschlafen habe. Die Pritsche in der Mitte war mein Schlafplatz aus Bambus. Davor eine der beiden Kochstellen.

Mein Hotel fuer 2 Naechte, links davon das Huenerhaus...


Abschiedsfoto: mit den allerletzten Elektronen in meinem Akku habe ich noch dieses Foto schiessen koennen. Abuela und Abuelo (Shamane mit traditioneller Krone aus Papagaienfedern), Froilan mein Guide und ich vor der Huette...


Tagsueber haben Froilan und ich den umliegenden Regenwald erkundet. Doro und ein Urwaldriese: Das was hinter mir zu sehen ist, ist eine breite Wurzel...


Baeume voller Leben: Bromelien, Orchideen und Farne...


Hausaffe: Was bei uns Hund und Katze ist, ist bei den Shuar Affe und Papagai. Obwohl ueberall Hunde rumlauen, sind dies die beliebteren Haustiere... Leider wollte der Affe nicht von mir auf den Arm genommen werden. Hatte wohl Angst vor der grossen weissen Frau...

Erfrischung nach anstrengedem Marsch durch den Jungel.


Samenschotte, welche fuer die Gesichtsbemalung gebraucht wird...=)


Traditionelle Gesichtsbemalung: Froilan und ich. Mit ihm und seinem Bruder haben wir nach der Tour noch einen lustigen Abend mit Karaoke und Bachata Tanzen verbracht.


Schmetterlinge unterwegs..

Heliconia: Die Pflanze sah aus wie eine Bananenstaude und wucherte ueberall. Die Bluetenstaende gabs in allen Varianten. Klein und unscheinbar, gross und pelzig wie ein Tier oder knallig bunt..

Hach... dampfender Regenwald...


Fazit: Die 3 Tage waren total faszinierend. Jedoch habe ich gemerkt, das Touristen in der Komune nicht wirklich willkommen sind. Man hat mich zwar azeptiert, aber willkommen war ich nicht unbedingt. Die Shuar bleiben lieber unter sich. Trotzdem war es spannend mal eine ganz andere Lebensform kennen zu lernen. Die Familie spielt eine zentrale Rolle. Jeder sorgt sich um Jeden. Die Kinder helfen ohne zu Fragen beim kochen, aeltere Geschwister passen auf ihre kleineren Geschwister auf, es wird nicht rumgeschrien und vorallem nicht gestritten. Irgendwie ganz anders als bei uns in Europa. Die Kinder haben mich mich mit grossen Augen angekuckt, das sie wahrscheinlich noch nicht so viele Weisse in ihrem kurzen Leben gesehen haben.


Gualaquiza (6000 Einwohner) Meine erste Jungeltour fuehrte mich und mein Guide Leo zu einem Wasserfall im Regenwald. Das ohrenbetaubende Zirpen ( und damit meine ich wirklich ohrenbetaubend...) der Zikaden hat uns dabei staendig begleitet. Unterwegs haben wir immer wieder Schmetterlinge in allen Farben angetroffen. Die wollten aber nicht wirklich stillhalten...


Kaktuspalme im Querformat:


Schnappschuss vom Bus aus in Richtung Amazonasbecken (Peru)

Abendstimmung vom Bus aus:

Hosteria Izhcayluma in Vilcabamba: Dieses kleine Paradies befindet sich ganz im sueden von Ecuador auf 1000m. Von der Veranda aus hatte man einen fantastischen Ausblick auf das kleine Staedchen Vilcabamba. Das Essen war grandios, die Aussicht der Hammer, aber die anderen Traveller bzw. Mitarbeiter waren ziemmlich schraeg... schnell weg von hier...! Ich blieb jedoch ganze drei Tage mit meinem hollaendischen Reisegschpoenli... wandern und relaxen!

Doro am relaxen in der Hamaca vor dem Schlafzimmer...=) so eine muss ich mit nach Hause nehmen!!!

Aussicht auf Vilcabamba:
Vorne gar hinten roh...


Cuanca: Perle von Ecuador. Mega schoene barocke Stadt. Sauber, total gemuetlich und sicher...

Ingapirca: Alte Inkastadt in der naehe von Cuenca

Dienstag, 1. September 2009

islas galapogos und mehr...

Hola zusammen

Also erstens mal moechte ich mich fuer alle eure Mails bedanken. Schoen, dass ihr mich noch nicht vergessen habt!!! Leider geht mein Handy nicht. Darum habe ich auch keine Nachrichten empfangen koennen. Auch die neue Simkarte fuer Ecuador funktioniert nur in grossen Staedten, also bitte keine SMS schreiben...

Und hier meine aktuellsten Reiseberichte:

Quilotoa loop: mit dem bus sind wir erst 2.5h auf 3500m gefahren. Da waren die Strassen noch geteert. Mit dem naechsten Bus nochmals fuer 1.5h ueber unbefestigte Strasse. War recht holprig aber noch lustig. So sehen im uebrigen die meisten Ueberlandbusse in Ecuador aus...


Am naechsten Morgen sind wir um 4.oo frueh auf den Bus richtung Quilotoa Lagune. Da der Bus auch nach einer Stunde rumflicken immer noch nicht lief, entschieden wir und zum Laufen. War echt schoen bei Vollmond und Sternenhimmel zu wandern. Nach 3h hat uns der Bus doch noch eingeholt aber wir entschieden weiterzulaufen, da wir in der Ferne das Dorf Quilotoa gesehen haben... (hat sich als Irrtum rausgestellt und wir liefen nochmals ganze 2 h. Dafuer hat sich die Lanschaft grandios praesentiert:
Und endlich nach 5h ununterbrochenem Fussmarsch die Lagune von Quilotoa auf 3800m. Und wie kann es anders sein, auch dieser Berg war frueher mal ein Vulkan...
Pascal und ich sind dann nochmals 2.5h zuruck zum hostal gelaufen. Laut Lonely Planet haben wir 36km zurueckgelegt. Man hat das Bier danach gut geschmeckt...=)
Tags darauf wurden wir mit dem Milchlaster zum naechsten Dorf gebracht. Ca. 25Leute auf 9m2 (locals und turis und gepaeck...)


Vulkan Cotopaxi (5890m): ja und ich war oben!!! Zusammen mit Annick (bin mit ihr schon seit der Schule am reisen...) habe ich es gewagt. Und so sieht das Bergli von unten aus...
Die gebuchte Tour hat saemmtliches Material und Guides zur Verfuegung gestellt. Am ersten Tag wurden wir zum Refugio auf 4800m gebracht, wo wir erst eine Uebungsstunde Steigeisenlaufen bekommen haben. Wir hatte mega Glueck. Das Wetter war der hammer doch der Wind hat uns fast umgehauen und es war saukalt!!!

Und so hat der Gipfel vom Refugio aus ausgesehen. Die braune Geroellhalde aus Lavastaub und Lavageroell hat mir beim Aufstieg fast den letzten Rest gekostet. Zwei Schritte vor einer zurueck. Und dann ist noch der verd...e Wind dazugekommen...

NAch dem Abenessen legten wir uns bald mal schlafen, da der Aufstieg um 01.00 startete. Am Tag kann man den Gipfel nicht erreichen, da der Schnee durch die Sonne zu weich ist. Leider habe ich nicht so gut schlafen koennen, da der Guide, der neben mir lag, kuschelbeduerftig wurde...=) Musste ihn einige male abwehren aber wenigstens hat er uns beide sicher auf den Gipfel gefuehrt. Der Aufstieg dauerte glatte 6h waehrend Sternenklare Nacht und Vollmond. MEga schoen!!! Leider haben wir den Sonnenaufgang verpasst. Dafuer den Schatten, vom Cotopaxi sehen koennen...

Ja und da haben wir es geschaft. Uebergluecklich und total muede. Fuer viele Fotos hat es leider nicht gereicht, da es so megamaessig kalt war. Uebrigens, der Vulkan Cotopoaxi ist der hoechste aktivste Vulkan gemessen von Erdmittelpunkt (Die Erde ist nach Humbolt eine Elipse und der Cotopaxi liegt am Aequator, somit der Hoechste Berg... irgendwie so hat uns das unser Guide erklaehrt...=)

Der Abstieg dauerte nur noch ca 1.5h. Ich war jedoch so muede, dass sogar das runterlaufen anstengend war...=)
Islas Galapogos
Und Hier noch die Fotos von Galapogos. Es ist wirklich ein kleines Paradies diese Galapogosinseln. Wir habe saemtliche Tiere gesehen, die dort auf der Insel zum groessten Teil endemisch (also nur auf Galapogos) vorkommen. Von Quito aus haben wir eine 8-Tages Tour auf einem Segelschiff gebucht und von Insel zu Insel geschippert. Mit an Board war ein Guide, Captain und die Crew.
Unser Hotel fuer die 8 Tage: Fuer alle Segelfreunde: Nein, die Segel wurden kein einziges mal gehisst! Schade...

Taeglich sind wir mit kleinen Dingis (remember Mallorca; heissen hier aber Panga) an Land bzw zu Schnorchelplaetzen gebracht worden. Das Spezielle an den Inseln war, dass jede eine eigene Vegetation und Tierartenvielfallt aufwies. JEde Insel war eine Ueberraschung.

Bartolome: Dieses Foto sieht man in allen Galapogos Reisekatalogen...

Nasca Boobies (Nasca Toelpel): man musste schauen, dass man nicht ueber die stolperte. Die waren so zahlreich auf der Insel Genovesa und ueberhaupt nicht scheu (wie alle anderen Tiere auch!)

Red footed Boobies (Rotfusstoelpel): Die haben auf Baumen (Mangroven) genistet und man konnte die fast wie Aepfel von den Baeumen pfluecken...

Monsterkakktus:

Blue footed boobie: Wahrzeichen von Galapogos.


Morgenstimmung Baltra:

Pilotwal: Was fuer ein Glueck haben wir die gesehen. Die sieht man nicht taeglich.


Land Iguana: von denen hats auf einigen Inseln nur so gewimmelt...

Lobo del Mar (Galapogos Seeloewe): Meine Favoriten! Die gabs auf allen Inseln. Traege und total verpennt lagen die an den Straenden auf Felsen oder irgenwo im Gebuesch. Die haben lediglich mal kurz ein Auge aufgemacht um zu kucken ob noch alles in Ordnung war. Und falls man denen mal ein bisschen zu Nahe (1m) gekommen war, haben sie den kopf gehoben und kurz gebruellt.

Im Meer war es fuer mich eher ungewoehnlich mit denen zu baden, da die plotzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind. Mit Vollspeed sind sie auf einem geschwommen und im letzten Moment wieder abgewendet... Man bin ich das erste mal erschrocken...!!! Uebrigens, Seeloewen erkennt man an den Ohren (Seehunde haben nur Loecher und kommen nicht vor auf Galapogos)
Ungebetener Gast am Fischstand:

Penner am Strand:


Penner auf einem Felsen:


Ca. 2 Wochen altes Baby. Wir haben auch solche gesehen, die gerade auf die Welt gekommen sind!


Nochmals so ein verpenntes Tier:


Die koennen auch im Wasser haengen und pennen...

Pelikan:


Taschenkrebs: einer von zig Milionen...

Vegetation:

Vogel:

Und damit ihr mich nicht vergisst: