Freitag, 19. Februar 2010

ByeBye Bolivia

Anfang Februar bin ich in Boliviens Hauptstadt Sucre angekommen und wollte am liebsten gar nicht mehr weg. Kultur, Leute und Landschaft habens mir angetan. Nach 3 superschoenen und spannenden Wochen musste ich Sucre bzw. Bolivien verlassen und Richtung Argentinien reisen. Und da bin ich auch unterdessen angekommen. Zum Glueck... was fuer eine Odysee das war...

Erst mal die Bilder von Sucre:

Plaza von Sucre:
Steile Strassen in Sucre:Der wohl schoenste Platz in ganz Bolivien bzw. Sucre: Mirador mit super Kaffee:
Exkursion Mercado Central:
Mein Lieblingsort: Die Fruchtsaft-Chicas mixen dir jeden Wunsch zusammen, mit Wasser oder mit Milch... hmmmm...
Dessertabteilung Avocados Kiloweise:
Kuhschnauzen...: An den Geruch im Mercado konnte ich mich bisher nicht gewoehnen... auch nicht an den Anblick von rumgammelndem Fleisch mit Fliegen etc...

Garkueche in einem Innenhof Sucres: Da gibts billiges und gutes Essen...:

Ausflug Mercado in Tarabuco in der Naehe von Sucre: Der Esel ist nach wie vor das beste Transportmittel. Leute rundum Tarabuco brachten ihre Handelsware per Esel ins Dorf um auf dem Markt ihre Ware zu verkaufen:
Marktgasse Tarabuco:
Traditionell bekleidete Frau; vorne links ist ein Sack voll mit Coca-Blaetter..
Es wird gehandelt und gedraengelt...:
Traditionell bekleideter Herr. Der Hut stammt uebrigens von den Spaniern ab... Die traditionelle Bekleidung wird nach wie vor getragen und dient nicht als Touristenattraktion. Gilt sowohl fuer die Maenner als auch fuer die Frauen.
Carneval-Bolivia: Fasnacht ist in Bolivien das wichtigste Fest und wird darum mit allen Sinnen gefeiert. Ich hatte das Glueck, den Carneval hautnah mitzuerleben... Was ich nicht wusste und auch Lonely Planet nicht erwaehnte, ist die Tradition mit dem Wasser. Frueher wurde man mit parfuemgefuellten Eier beworfen, heute sind es Wasserbalone. Die ganze Stadt artete waehrend dem Carneval zu einer riesigen Wasserschacht aus. So was habe ich ja noch nie erlebt... 2x wurde ich mit einem Eimer Wasser uebergossen... gehoert zur Tradition und ist das Pech von huebschen Chicas und Gringas...

Schon frueh morgens wurden die gefuellten Wasserbalone entlang der Strassen verkauft.
Und dann der Umzug mit viel Gesang und Musik:
Bolivianische Gugge...:
Ausflug Krater Maragua: Wir wollten den Karneval bzw. den Wasserbalonen in Sucre entfliehen und machten uns auf, den Krater von Maragua zu besuchen. Unser Guide Alex hatte allerhand zu tun. Erst musste er uns durch das Wirrwarr der Track-Station fuehren, wo wir von hunderten Wasserbalonen verfolgt wurden. Aus allen Ecken wurden wir beschossen... Eigentlich sollten wir ja mit dem Truck transportiert werden. Alex befuerchtete jedoch zurecht, dass wir tropfnass ankommen werden. So beschloss er, ein Taxi zu holen...

Transportmittel fuer abgelegene Gebiete:

Wir fluechteten also ins sichere und trockene Taxi und fuhren ganze 10 min. Dann stellte der Taxifahrer fest, dass der Wagen einen platten Reifen hatte. 3min spaeter sassen wir in einem neuen Taxi, der und jedoch nach 10 min ebenfalls wieder rausgeschmissen hatte. Er wollte uns doch nicht ins naechste Dorf fahren, da es zu weit sei und er schon bald an eine Karnevalparty gehen muss... Und so kam es, dass wir am Strassenrand warteten und warteten... Alex hat uns dann zum Glueck ein Privattransport besorgt, wo uns endlich ans Ziel brachte.
Von dort gings dann in 7h zu Fuss zum Krater Maragua.

Krater Maragua unser Etappenziel:
Alter Inkaweg:
Unterwegs:
Wir treffen immer wieder auf schwer beladene indigene Bevoelkerung. Alles wird in ein Tuch gepackt und auf dem Ruecken getragen:
Auch einen Fluss mussten wir ueberueren:
Die Leute leben nach wie vor in Lehmhuetten auf 3000m:
Und jeder Haushalt hat seinen eigenen Ofen im Garten:
Endlich angekommen und total ueberwaeltigt von der Umgebung! Mitten im Krater liegt idyllisch gelegen das kleine indigene Doerfchen Maragua, wo wir die Nacht verbrachten.
Das Gebiet ist bekannt fuer ihre Webkunst. Die Frauen weben noch so, wie es auf dem Bild zu sehen ist. Wirklich bemerkenswert, was die Frauen mit so einfachen Dingen herstellen!
Maedchen aus Maragua:
Verkehr auf der Strasse:
Einheimische:
Und weil es Karneval war in Sucre und jeder dahin wollte, waren alle Transportmittel (Trucks) total ueberfuellt. Doch Alex unser Guide hat auch dieses Problem bestens gemeistert. Wir wurden kurzerhand mit der Ambulanz, zwar total verquetscht mit 20 anderen Personen, ins 3h entfehrnte Sucre zurueckgebracht...:
Unser Held und liebgewonnener Freund: Alex...
Und zu guter letzt noch die Odysee nach Buenos Aires-Argentinien: Uebernachtbus von Sucre bis zur Grenze verlief bis auf eine durch einen Erdrutsch verschuettete Strasse reibungslos. Ich dachte schon, wenn ich an der Grenze zu Argentinien bin, haette ich es geschaft und nichts kann mehr passieren... denkste... An der Grenze angekommen suchte ich die Busgesellschaft auf, von der ich in Sucre ein Ticket gekauft hatte. Dort sagte man mir, das ich im Bus keinen Platz mehr haette und auf den zweiten warten musste. Dann musste ich aus irgendeinen Grund noch nachzahlen. Die Stimmung im Laden war mieserabel. Es gab einheimische Passagiere, die schon einen Tag zuvor abreisen haetten sollen und 12 h warteten. Die Frauen, die den Laden fuehrten hatten keine Ahnung von der Sache noch hatten sie ein System... So warteten wir alle, bis die beiden Frauen die Formularitaeten fuer die Grenze jedes einzelnen Pasagieres ausgefuellt hatten... Stunden spaeter mit viel gemeckere, gemotze kam dann ein Bus einer anderen Gesellschaft angerollt und wir stiegen ein. Da die Sitznummerierung anders war, konnten diverse nicht neben ihren Partner bzw Kinder sitzen. Bis das Problem geloest war, verging wieder eine ganze Stunde. Und endlich fuhr der Bus ab. 1min!!! spaeter hiess es aussteigen, Gepaeck mitnehmen und fuer den Grenzstempel anstehen... mehr als 1h vergieng, bis alle Passagiere ihren Ausreisesempel hatten... Es koennte nicht mehr schlimmer werden, dachte ich mir, da wir Bolivien verlassen haben... Doch an der Grenze von Argentinien wurde ich eines besseren belehrt. Die Bolivianer brauchten ein Visa. Ich hatte meinen Stempel in 1min, konnte aber nicht weiter, weil ich auf meine Reisegruppe warten musste. Also verging nochmals 2h mit warten und rumsitzen. Endlich war dann auch der letzte Bolivianer meiner Reisegruppe in Argentinien imigriert. Doch fehlte der Bus... der kam dann 30 min spaeter... (Nein, Bolivianer sind nicht multi-tasking faehig) Nach 12h verspaetung fuhr der Bus endlich ab. Total muede schlief ich ein und wurde mitten in der Nacht geweckt. Aussteigen und alles Gepaeck mitnehmen. Drogenpolizei! Ich wurde ein bisschen Nervoes, weil ich in der Aussentaschen meines Rucksackes einen Sack feines Meismehl (um ein Getraenk zuzuereiten) mitfuehrte. Was wenn die denken es sei Kokain oder sowas... Ich hatte jedoch den Gringo und "no comprendo"-Bonus und wurde ohne durchzusuchen weitergeschickt... Am naechsten Tag wurde ich nochmals mit einer schlechten Nachricht konfrontiert. Diese Busgeselschaft fahert nicht ins Zentrum von Buenos Aires, obwohl ich bezahlt habe. So kam ich spaet abends in einem fremden Busterminal ausserhalb Buenos Aires an, von wo ich fuer teures Geld ein Taxi ins Zentrum nehmen musste...
Aber ich bin schlussendlich heil angekommen und und bin froh darueber... Jetzt gehts dann bald ab zu den Pinguinen und dem ewigen Eis der Antarktis...




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen